| Ladislav Holásek |
|
Univ. Prof. Mgr. Ladislav Holásek (*23.12.1929) ist Dirigent - Chorleiter,
mit dessen Namen nicht nur die Geschichte renommierter slowakischer Vokalensembles,
sondern auch außerordentlich reiche Interpretationserfahrungen und eine dramaturgisch
vielseitige Repertoirepflege untrennbar verbunden sind. Er absolvierte eine pianistische Ausbildung am Bratislavaer Konservatorium, die er bei Fritz Kafenda und Stephan Németh-Šamorínsky an der neu gegründeten Musikhochschule in Bratislava fortgesetzt hat. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Hochschulstudiums wurde er zum Korrepetitor des Gemischten Chors des Tschechoslowakischen Rundfunks. Auf diesem Posten blieb er auch nach der Eingliederung des Chors in die Slowakische Philharmonie. Die Arbeit des Korrepetitors sowie eine direkte Konfrontation mit dem Beruf des Dirigenten spielte für Ladislav Holásek eine entscheidende Rolle bei seinem Entschluss, das Chor- und Orchesterdirigieren bei ¼udovít Rajter an der Musikhochschule von 1963 bis 1967 zu studieren. Dieser Beruf wurde dann zum Schwerpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit. Einen bedeutenden Abschnitt im künstlerischen Leben von Ladislav Holásek stellt die Leitung des Kammerchors Slowakische Madrigalisten dar (1964-1989). Bezüglich der Kammerbesetzung wurden von den Chorsängern meistens die Musikstücke der Renaissance, des Barocks und der Romantik dargeboten. Gleichzeitig widmete er sich dem Studium der alten slowakischen Musik und entdeckte dabei - in Zusammenarbeit mit Musikwissenschaftlern - mehrere unbekannte Werke, die er mit Slowakischen Madrigalisten zur Erstaufführung brachte. Er beschäftigte sich mit Vokalwerken slowakischer Komponisten des 20. Jahrhunderts, von denen viele zum Ersten Mal aufgeführt wurden. Die Zielstrebigkeit und Perfektion des musikalischen Einstudierens durch Ladislav Holásek inspirierten einige slowakische Komponisten zur Schaffung weiterer anspruchsvoller Werke, welche den Slowakischen Madrigalisten gewidmet wurden. Neben den A-capella-Kompositionen bot der Chor auch die Werke mit Orchesterbegleitung in einer variablen Instrumentalbesetzung unter dem Namen Collegium musicum Bratislava dar. 1969 wurde Ladislav Holásek zum Chordirektor der Oper des Slowakischen Nationaltheaters berufen. Diesen Posten bekleidete er bis1992. Mit dem Opernchor studierte er mehr als 80 Opern ausländischer sowie slowakischer Komponisten ein. Er gab den Anstoß zur Gründung des bis jetzt tätigen externen Chors, der ursprünglich unter dem Namen Das Studio des Slowakischen Nationaltheaters wirkte. Nach Anton Kallay (1971-1976) und Valentin Iljin (1976) übernahm Ladislav Holasek 1977 die Leitung des Chors der Stadt Bratislava. Auch für diesen Chor stellte er ein vielseitiges Repertoire zusammen, dessen Schwerpunkte bei der A-capella-Literatur sowie Vokal- und Instrumentalwerken, wie Messen, Kantaten, Oratorien und Opern liegen. Unter seiner Leitung entstanden zahlreiche Einspielungen im Slowakischen Rundfunk und Fernsehen. In Zusammenwirken mit angesehenen Dirigenten und Orchestern führte der Chor mehr als hundertdreißig Vokal- und Instrumentalwerke in verschiedenen Ländern Europas auf. Dank den hohen künstlerischen Leistungen Ladislav Holáseks und des Chors, dem anspruchsvollen Repertoire sowie den hervorragenden Ergebnissen bei internationalen Chorwettbewerben und Musikfestspielen zählt der Chor der Stadt Bratislava zu den leistungsstärksten Vokalensembles nicht nur in der Slowakei, sondern auch in Europa. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit wirkte Ladislav Holásek auch im pädagogischen Bereich: Als externer Mitarbeiter unterrichtete er Klavier an der Comenius-Universität und Höheren pädagogischen Schule in Bratislava (1958-1961), Chorgesang am Konservatorium (1971-1973), Chorleitung und Gehöranalyse an der Musikhochschule in Bratislava (seit 1974) und an der Konstantin der Philosoph-Universität in Nitra, wo er auch den Akademischen Mädchenchor in den Jahren 1992-2004 dirigierte. Ladislav Holásek wirkt auf der künstlerischen Szene der Slowakei seit Jahrzehnten. In dieser Zeit bemühte er sich ständig um eine präzise Interpretation, die neben seinen technischen Fertigkeiten von den Fachleuten hoch angesehen wurde. Für seine Verdienste im künstlerischen Bereich erhielt er mehrere Auszeichnungen. |